Michael Breidenbach
Vorhang auf und dann das Leben feiern
 

Und vorher?

Wie kommt denn der auf die Idee, Senioren Assistent zu werden? Gibt das sein Lebenslauf eigentlich her? Hier möchte ich gerne ein bisschen mehr über mich erzählen. Nach meiner Ausbildung im Tonträger Bereich absolvierte ich meinen Zivildienst im Kurzzeitpflegeheim „Franz Laarmann Haus.“ Bereits damals bereitete es mir eine große Freude, mit älteren Menschen zusammen zu arbeiten. Oft war es aber auch sehr frustrierend, da man in der Pflege kaum Zeit hatte, sich mit den Menschen näher zu beschäftigen. Wie gerne hätte ich häufiger Gespräche geführt und mehr erfahren über die Bewohner. Meistens war das nur in der Mittagschicht möglich, wenn die Pflege (beim waschen helfen, anziehen, Essen servieren) nicht im Vordergrund stand. Die Senior*innen waren dankbar, etwas Abwechslung zu bekommen. 


Obwohl ich nach meinem Zivildienst mich entschieden habe, weiter im Verkauf zu arbeiten, hat insbesondere die Corona Pandemie mein Bewusstsein verändert. In dieser Krise wurde mir sehr deutlich klar, wie sehr man älteren Menschen doch eine Freude bereiten kann, indem man für sie da ist. Wie wichtig ist es doch, auch im Alter soziale Kontakte zu pflegen, Hobbys zu haben, Gespräche führen zu können, aber auch Hilfe zu erhalten in den alltäglichen Dingen. In meiner Tätigkeit im Verkauf bei Karstadt und der Mobilfunkbranche hatte ich immer wieder Kund*innen, die häufig einfach nur zu Besuch kamen und den persönlichen Kontakt mit mir suchten.


Niemand muss im Alter alleine sein. Häufig kommt dann aber die schwierigste Zeit, wenn der Lebenspartner stirbt und man plötzlich ganz allein da steht. Ob ich es schaffe, bei Senior*innen wieder ein Stück weit Lebensfreude zu wecken, oder aber auch erhalten kann? Das ist nach 33 Jahre im Verkauf mein großes Ziel. Wie schön ist es, doch abends nach der Arbeit nach Hause zu kommen und etwas sinnvolles getan zu haben. Ich freue mich darauf, sie schon bald kennenzulernen. 



 
 
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